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Einige interessante Android-Apps

Neulich hörte ich den Satz “Wie, du brauchst unterwegs nur Android? Fehlt dir nicht ein richtiges Terminal? Ein guter Editor? Ein richtiger Browser?”. Nun ja, Android ist ein anderes Gefühl als ein Desktop-Linux. Aber mit den richtigen Apps kann man die Nachteile so weit minimieren, dass die Vorteile klar überwiegen für den mobilen Einsatz.

Wichtig ist natürlich auch, welche Hardware man nutzt. Ich habe das Eee Pad Transformer und dadurch eine Tastatur. Ohne die wäre es tatsächlich kein annähernder Ersatz für ein Desktop-Linux, selbst unterwegs nicht. Außerdem hab ich das Galaxy Nexus, das – ebenso wieder Transformer – natürlich ordentlich Leistung hat und dadurch einige Sachen möglich werden, die mit älteren Androiden noch nicht gehen.

Die wichtigste App ist sicher TerminalIDE, die ein fast perfekter Terminal-Emulator ist und sich auf dem Transformer wie ein richtiges™ Terminal anfühlt. Fast perfekt, weil sie leider kein UTF-8 kann (vielleicht wird das ja was, wenn ein paar Leute den entsprechenden Bug markieren ;) ). Man kann sogar den Back-Key auf Escape mappen, damit lässt sich vim ziemlich normal bedienen (Auf dem Transformer darf man nicht das ASUS Keyboard verwenden sondern das normale Android Keyboard, damit hat man dann ein funktionierendes englisches Tastaturlayout inklusive AltGr-Taste die den Alt-Keycode sendet). Damit nutze ich vim als lokalen Editor, git ist damit möglich, ssh ist möglich (einige Einschränkungen gibt es, z.B. wird anscheinend keine ~/.ssh/config beachtet). Auf dem Server läuft dann im screen ein irssi, damit ist dann chatten von überall möglich. Auf dem Handy nutze ich allerdings kein TerminalIDE sondern ConnectBot, da ich da meist nur ssh und kein vim oder git verwende. Wichtig ist natürlich noch das richtige Keyboard (vor allem auf dem Handy, wo ich kein Ctrl und Alt als Hardwaretasten habe), da kann ich das Hacker’s Keyboard empfehlen.

Als Browser nutze ich Chrome, er ist auch abgesehen von Remote Debugging der beste Browser für Android. Leider gibt es ihn erst ab Android 4. Unterwegs (=ohne WiFi) verwende ich teilweise noch den Android-Browser, da ich in Chrome keine Einstellung “keine Bilder laden” habe.

Als Alternative zum Android Market Google Play Store verwende ich oft F-Droid, einige der Apps, die ich eben verlinkt habe, habe ich darüber installiert.

Wenn ich mir eine App aussuchen müsste, ohne die ich Android nicht so verwenden könnte wie ich es mache, würde ich AirDroid wählen. Auch wenn die App noch nicht sehr alt ist und dementsprechend noch einige Features fehlen, ist sie jetzt schon richtig gut und bei meiner Nutzung essentiell. Mit AirDroid kann man von einem Browser auf ein Android, das sich im gleichen WLAN befindet, zugreifen. Ich kann SMS lesen und schreiben, Musik hören, Dateien hoch und runter laden, Backups von Apps machen und welche installieren und Apps verwalten, ich kann auf meine Kontakte und die Android-Zwischenablage zugreifen. Und das alles mit einer sehr gut gemachten Benutzeroberfläche. Sogar die Kombination “Vom Transformer aufs Handy per Airdroid zugreifen” funktioniert sehr gut.

Für Entwickler könnten Github4Android und AIDE noch interessant sein und seit sie letzte Woche veröffentlicht wurde, läuft die TED-App sehr oft auf meinen Geräten :)

All das könnte ich natürlich auch (sogar noch komfortabler) auf einem Laptop haben. Warum also hab ich ein Tablet? Ein Grund ist natürlich die immense Akkulaufzeit des Transformers. Außerdem habe ich so ein Tablet, wenn ein Tablet mehr Sinn macht (z.B. beim Lesen oder Filme gucken; im Stehen kann man ein Tablet im Gegensatz zu einem Notebook auch noch gut bedienen) und ich habe ein Netbook-artiges Gerät, wenn das mehr Sinn macht.